Fassadenanstrich – Der komplette Guide zum perfekten Außenanstrich
Die Fassade ist das erste, was Betrachter an einem Gebäude wahrnehmen – sie bestimmt den ersten Eindruck und schützt gleichzeitig die gesamte Bausubstanz vor Witterungseinflüssen. Ein professioneller Fassadenanstrich verlängert die Lebensdauer Ihrer Außenwand erheblich, verhindert Feuchtigkeitsschäden und gibt Ihrem Haus ein frisches, modernes Aussehen. In diesem umfassenden Guide erfahren Sie alles, was Sie beim Streichen einer Fassade wissen müssen: von der Farb- und Materialwahl über die perfekte Vorbereitung bis hin zum optimalen Ablauf und aktuellen Kosten.
Was ist ein Fassadenanstrich?
Ein Fassadenanstrich – auch Außenwand streichen oder Hausfassade streichen bezeichnet – ist eine schützende Beschichtung der äußeren Gebäudehülle mit spezieller Fassadenfarbe. Diese Farbe bildet eine wasserabweisende, yet diffusionsoffene Schicht, die Regen, UV-Strahlung und biologische Einflüsse wie Algen und Moos abwehrt. Gleichzeitig darf der Untergrund weiter atmen, damit Feuchtigkeit aus dem Inneren nach außen diffundieren kann.
Ein Fassadenanstrich unterscheidet sich vom gewöhnlichen Wand- oder Innenfarben vor allem durch die speziellen Anforderungen an Wetterfestigkeit, Langlebigkeit und Dampfdurchlässigkeit. Jede Gebäudefassade – ob aus Beton, Ziegel, Putz oder Holz – benötigt eine auf den jeweiligen Untergrund abgestimmte, hochwertige Fassadenfarbe.
Wann muss eine Fassade neu gestrichen werden?
Die Frage „Wie oft muss eine Fassade neu gestrichen werden?“ ist entscheidend für langfristige Instandhaltung. Bei normaler Witterungsbelastung sollten Außenwände etwa alle 8 bis 12 Jahre neu gestrichen werden. Hochwertige Silikatfarben können sogar 12–15 Jahre halten, wenn der Anstrich fachgerecht durchgeführt wurde.
Folgende Warnsignale deuten darauf hin, dass die Fassade neu gestrichen werden sollte:
- Ausgeblassene oder ungleichmäßige Farbe: Die UV-Strahlung zersetzt mit der Zeit jede Fassadenfarbe – sichtbar an einem Farbverlust oder Fleckbildung.
- Algen- oder Moosbefall: Biologischer Bewuchs zeigt, dass die schützende Farb-Schicht ihre algenhemmenden Eigenschaften verloren hat.
- Abblätternde oder hohle Stellen: Die Farbe löst sich vom Untergrund – ein klares Zeichen für eine Grundierungs- oder Haftungsongeleit.
- Wasserflecken oder Feuchtigkeitsschäden: Eindringende Feuchtigkeit kann durch eine beschädigte Fassadenfarbe entstehen.
- Risse im Putz: Risse müssen vor dem neuen Anstrich repariert werden, da sie Wasser in die Bausubstanz lassen.
Fassadenfarbe wählen – Tipps zur richtigen Farb- und Materialwahl
Die richtige Fassadenfarbe zu wählen, ist einer der wichtigsten Entscheidungen beim Außenanstrich eines Hauses. Nicht jede Farbe eignet sich für jeden Untergrund – die Kombination aus Substrat, Farbe und Umgebungsbedingungen bestimmt die Dauerhaftigkeit.
1. Silikatfarbe (Kalimineralfarbe)
Silikatfarben sind die hochwertigsten Fassadenfarben auf dem Markt. Sie reagieren chemisch mit dem mineralischen Untergrund und bilden eine sehr langlebige, vollständig diffusionsoffene Beschichtung. Sie sind umweltfreundlich, algenhemmend und halten in der Regel 12–15 Jahre. Ideal für Betonfassaden, Putsfassaden und Ziegel.
2. Mineralische Fassadenfarbe
Mineralische Farben sind eine populäre Alternative zu Silikatfarben. Sie sind ebenfalls diffusionsoffen und umweltfreundlich, bieten jedoch eine etwas geringere Adhäsion auf glatten Untergrunds. Für Putsfassaden ein hervorragende Wahl – ebenso für eine Fassade, die schon über eine bestehende Farbe gestrichen werden soll.
3. Siliconfarbe (Hybridfarbe)
Siliconfarben vereinen die Vorteile von Silikat- und Acrylatfarben. Sie sind wasserabweisend, dennoch diffusionsoffen, und haften auf fast allen Untergrunds extrem gut – sogar auf vorbestrichen Flächen. Wer eine Fassade über eine bestehende Farbe streichen will, greift häufig auf diese Hybridfarbe zurück.
4. Acrylatfarbe
Acrylatfarben sind die günstigsten Option für einen Außenanstrich. Sie sind wasserbasiert und halten auf den meisten Untergrunds gut. Allerdings sind sie weniger diffusionsoffen als mineralische Farben – für Altbauten mit Feuchtigkeitsproblemen daher weniger geeignet. Sie bieten eine gute Farbbrillanz und eignen sich besonders für Holzfassaden nach Vorbehandlung.
Fassade Farbe wählen: Helle vs. dunkelfarben – was zu beachten ist
Die Entscheidung zwischen hellen und dunklen Fassadenfarben hat praktische Auswirkungen, die über die reine Optik hinausgehen. Dunkelfarben absorbieren mehr Wärme – es kommen bei direkter Sonneneinstrahlung deutlich höhere Oberflächentemperaturen vor. Das kann bei Kunstharzputze zu Rissbildung führen.
Helle Farbtöne reflektieren hingegen mehr Licht und halten die Fassade kühler. Sie zeigen sogar bei einem Fassadenfarbwechsel von hell nach dunkel deutlich mehr Fleckbildung. Ein Faustformel: Der Farbwert (Helligkeit) der neuen Fassadenfarbe sollte nicht mehr als 50 Prozent vom Untergrund abweichen, um eine optimale Erneuerung zu gewährleisten.
Vorbereitung der Fassade vor dem Anstrich – wie die Außenwand richtig vorbereitet wird
Die Vorbereitung ist der entscheidende Erfolgsfaktor beim Fassadenanstrich. Eine falsch vorbereitete Außenwand führt zu Ablösung, Blasen oder ungleichmäßigem Farbauftrag – kurz gesagt: zu einem vorzeitigen Ende des Anstrichs. Hier sind die wichtigsten Vorbereitungsschritte:
- Reinigung: Die Fassade mit einem Hochdruckreiniger von allen Verschmutzungen, Algen und Moos befreien. Für eine Putsfassade oder eine Fassade aus Beton ist ein schonender Wasserdruck (ca. 100–150 bar) ideal.
- Riss- und Schadenareparatur: Risse im Putz werden ausgekratzt, grundiert und mit einer geeigneten Rissversorgungsmasse verfüllt. Abgeplatzte Stellen werden mit neuem Putz geschlossen.
- Grundierung: Eine Fassaden-Grundierung wird auf den gesamten Untergrund aufgetragen. Sie sorgt für eine gleichmäßige Saugnung und eine optimale Haftung der Fassadenfarbe. Bei porosen Untergrunds wie Naturstein oder Beton wird eine Tiefengrundierung empfohlen.
- Abdeckung: Fenster, Türen, Rollladenkästen und angrenzende Dachrinnen oder Deckleisten werden sorgfältig mit Klebeband und Abdeckfolie geschützt, um Farbspritzer zu vermeiden.
- Trocknung: Der vorbereitete Untergrund muss vollständig trocken sein. Nasser Untergrund verhindert eine gute Haftung und führt zu Ablösung.
Der Ablauf eines professionellen Fassadenanstrichs – Schritt für Schritt
Ein fachgerechter Fassadenanstrich folgt einem klaren Ablauf. Diese Reihenfolge ist entscheidend für ein dauerhaftes, gleichmäßiges Ergebnis:
Schritt 1 – Gerüst aufstellen: Ab zwei Stockwerken ist ein Gerüst aus Sicherheitsgründen unerlässlich. Es bietet den Handwerkern eine sichere Arbeitsplattform und verhindert Unfälle.
Schritt 2 – Fassade reinigen: Hochdruckreinigung der gesamten Außenwand, um Schmutz, Algen und Ablagerungen zu entfernen.
Schritt 3 – Schäden sanieren: Risse reparieren, Putz ausgleichen, abgeplatzte Flächen erneuern.
Schritt 4 – Fenster und Türen abdecken: Schutzfolie und Klebeband auf allen angrenzenden Flächen auftragen.
Schritt 5 – Grundierung: Die Fassaden-Grundierung gleichmäßig aufsprühen oder einpinseln. Auf Trocknungszeit achten.
Schritt 6 – Erster Anstrich: Die gewählte Fassadenfarbe wird von oben nach unten gleichmäßig aufgetragen – per Spritzpistole (schnellste Methode), Walze oder großem Pinsel.
Schritt 7 – Trocknungszeit: Der erste Anstrich muss je nach Witterung 4–8 Stunden trocknen.
Schritt 8 – Zweiter Anstrich (Schlussanstrich): Der zweite Fassadenanstrich wird in gleicher Richtung aufgetragen und sorgt für eine satte, gleichmäßige Farbe und maximale Langlebigkeit.
Schritt 9 – Kontrolle und Abnahme: Nach der Trocknung werden Abdeckungen entfernt, Fehlstellen beseitigt und die Fassade insgesamt kontrolliert.
Schritt 10 – Gerüst abbau: Nach Fertigstellung wird das Gerüst demontiert und der Bereich gereinigt.
Fassade selbst streichen vs. Fachbetrieb beauftragen – Was sinnvoller ist
Viele Hausbesitzer fragen sich: „Kann ich eine Fassade selbst streichen?“ Die ehrliche Antwort: Für ein einstöckiges Haus auf einer Leiter ist es durchaus möglich – vorausgesetzt, Sie haben die nötige Zeit, das richtige Werkzeug und die passende Farbe besorgt. Ab zwei Stockwerken wird das Projekt deutlich aufwändiger und auch aus Sicherheitsgründen ein Gerüst notwendig.
Ein professioneller Malerbetrieb bietet deutliche Vorteile: Fachkompetenz bei der Grundierung und Materialwahl, eine gleichmäßige Farbauftragung (besonders bei Spritzverfahren), eine Gewährleistung auf die geleisteten Arbeiten und eine deutlich kürzere Bearbeitungszeit. Für Gebäude ab zwei Stockwerken oder bei großer Fassadenfläche empfehlen wir stets einen Fachbetrieb zu beauftragen.
Kosten eines Fassadenanstrichs – Preise pro Quadratmeter
Die Fassadenanstrich Kosten variieren je nach Umfang, Materialwahl, Gebäudehöhe und regionalen Preisunterschieden. Hier eine aktuelle Übersicht der durchschnittlichen Preise pro m² Fassadenfläche:
- Fassadenreinigung (Hochdruckwäsche): 2–8 Euro/m²
- Grundierung: 3–6 Euro/m²
- Fassadenanstrich (1 Anstrich): 8–15 Euro/m²
- Fassadenanstrich (2 Anstriche, Standard): 15–30 Euro/m²
- Komplett-Paket (Reinigung + Reparatur + Grundierung + 2 Anstriche): 25–50 Euro/m²
- Gerüst (je nach Höhe): 6–15 Euro/m² Gerüstfläche
Beispielrechnung: Ein Einfamilienhaus mit ca. 150 m² Fassadenfläche und einem Standard-Anstrich (2 Lagen) kostet ohne Gerüst etwa 2.250 bis 4.500 Euro – inklusive Gerüst und Komplett-Paket bis zu 7.500 Euro.
Profi-Tipps für einen dauerhaft schönen Fassadenanstrich
- Zwei Anstriche sind Pflicht: Ein einzelner Anstrich bietet keinen ausreichenden Schutz – zwei Lagen verdoppeln die Haltbarkeit.
- Streichen bei bedecktem Himmel: Direkte Sonneneinstrahlung auf frisch aufgetragene Fassadenfarbe führt zu ungleichmäßiger Austrocknung und Fleckbildung.
- Grundierung nicht überspringen: Sie ist der Schlüssel zu einer einwandfreien Haftung – ohne sie löst sich die Farbe vorzeitig vom Untergrund.
- Qualitativ hochwertige Farben wählen: Günstige Farben im Doppelpreis zu streichen ist teurer als einmal eine Markenfassadenfarbe aufzutragen.
- Wetter vor dem Anstrich prüfen: Die nächsten 24–48 Stunden sollten regen- und frostfrei sein, damit die Farbe richtig auftrocknen kann.
- Fassade regelmäßig pflegen: Eine jährliche Kontrolle der Fassade verlängert die Haltbarkeit des Anstrichs erheblich.
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